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#2187 - 2003-09-26 16:13:21 Re: Flucht aus dem Pflegeberuf!
ultiva Offline
newbie

Registriert: 2003-09-24
Beiträge: 23
Ort: OÖ, Wels
Ja das würde mich jetzt auch wirklich mal interessieren! Für was bekommt man eigentlich die sogenannte Spezialzulage??
Macht nicht jeder eine sehr wichtige Aufgabe? Egal wo er arbeitet: ob er jetzt die ganze Zeit Perfusoren wechselt oder ein anderer einem Patienten das Mittagessen herschneidet, ist nicht beides die Aufgabe einer Diplompflegekraft? Warum bekommt man wirklich auf einer Intensiv, Anästhesie oder Dialyse eine Zulage? Weil man vielleicht mehr oder weniger mehr "darf" ???!!!!
Das würde mich echt brennend interessieren? Oder ist es so eine Art "Elitezulage" ! Du leistest ja soviel mehr und sovieles wo man ja viel gscheiter sein muss als andere?

hoch
#2188 - 2003-09-28 00:08:48 Re: Flucht aus dem Pflegeberuf! [Re: ultiva]
snobilikat Offline
journeyman

Registriert: 2003-09-27
Beiträge: 79
Diese Zulagen bekommt man, umso weiter man sich von der Grundpflege entfernt. Sie sagen auch einiges über die Prioritäten der Pflege aus - honoriert werden medizinische Leistungen, also OP- und Intensivbereich. Und zur jetzt geforderten "Geriatriezulage": wie hoch sollte die sein? ich kann mir nicht vorstellen, daß mehr als schätzungsweise 40 Euro locker gemacht werden würden (und das ist wahrscheinlich schon zu hoch gegriffen) - und DAS soll Anreiz genug sein? Ist doch lächerlich. Der Pflegenotstand kann nur durch mehr Planposten abgewehrt werden - weil dann die Pflegenden - wenn weniger überlastet - auch wieder Freude an der Arbeit finden würden und nicht nach einigen Jahren alles hinschmeissen würden.
_________________________
LG Snobilikat

hoch
#2189 - 2003-09-29 13:26:12 Re: Flucht aus dem Pflegeberuf! [Re: snobilikat]
seneca Offline

addict

Registriert: 2002-01-24
Beiträge: 227
Ort: Wien
Ich halte Zulagen zum Grundgehalt ungefähr für so wichtig wie die Gabe von Multibionta in der Alkoholentzugstherapie - eine - manchmal - sinnvolle Massnahme zur Ergänzung der Therapie. Punkt.

Um den Pflegeberuf (oder bestimmte Teilgebiete) zu attraktivieren wird auch das ausgeklügeltste Zulagensystem nix ändern. Zum einen geht keiner auf eine Spezialstation um die fetten Zulagen einzusacken, sondern weil ihn das Teilgebiet interessiert und er oder sie meint dort seine / ihre persönlichen Ressourcen am besten einbringen zu können (man könnte böswilliger weise auch sagen: "um seine Profilierungsneurose auszuleben"), zum anderen werden die Zulagen tatsächlich nicht für den (normalen - was immer das sein soll) Dienst, sondern für spezielle Aufgaben ausbezahlt.
(Wo ist eigentlich meine Praxisanleiterzulage?)

Die Crux dabei ist eine dreifache: Zum einen kriegst du die Zulage sowieso, egal ob und wie du die Spezialaufgabe erfüllst (Wer bitte kontrolliert den Erfolg - und vor allem wie?), zum zweiten macht sie das Kraut tatsächlich nicht besonders fett (Was not tut ist, eine generelle Erhöhung unserer Gehälter und zwar saftig und subito, bitte sehr! - Und unabhängig davon, wo man arbeitet!) und zum dritten tragen Zulagen wirklich gar nix zur Attraktivierung des Berufes und zur Imageverbesserung bei. Oder gibts hier jemand, der sich für 50 Euro monatlich einmal täglich (medial) abwatschen lassen will?

Das ist aber ein alter Hut. Der deutsche Managementpapst Klaus Kobjoll meinte einmal: "Ein gutes Gehalt ist für die Mitarbeiter bloss das Sahnehäubchen, der Kaffee darunter jedoch ist der Wert, den ihnen das Management als gleichberechtigte Menschen gibt - und der zeigt sich vor allen darin welche Mittel sie haben, die Organisation mitzugestalten!" Und selbst der gute alte Karl Marx meinte schon vor 200 Jahren: "Jeder gebe nach seinen Fähigkeiten, jeder erhalte nach seinen Bedürfnissen."

Hat euch irgendjemand schon einmal nach euren Bedürfnissen gefragt? Hat euch irgendjemand schon mal dazu eingeladen, die Bedingungen unter denen ihr arbeitet aktiv mitzugestalten? Und selbst wenn: Hats was gebracht?

hoch
#2190 - 2003-09-29 17:23:16 Re: Flucht aus dem Pflegeberuf! [Re: seneca]
ultiva Offline
newbie

Registriert: 2003-09-24
Beiträge: 23
Ort: OÖ, Wels
Hiho!

Ja es stimmt verdienen tun wir schon zuwenig! Wir haben Verantwortung, viel Arbeit und viel zuwenig Personal!

Heute hab ich zufällig mit einer Kollegin über die Wochenstunden generlell gepsrochen. Sie macht jetzt eine Ausbildung nebenbei und arbeitet daher nur noch Teilzeit! Meine Kollegin meint, seitdem sie nur noch Teilzeit arbeite, hätte sie wieder viel mehr Elan und Freude an Beruf, weil sic einfach mehr Erholungsphasen hat!
Da hat sich für mich die Frage gestellt ob eine Vollzeitarbeit (40 Stundenwoche) in der Pflege überhaupt sinnvoll ist?
Wir arbeiten ausserdem in der Woche sowieso mehr als 40 Stunden. a.g Personalmangel, Krankenstände, Urlaub !
Ich will keinen Beruf unterschätzen, aber eine Bürokraft. z.b hat nur eine 37.5 Stundenwoche! Sicher ist sie in Ihem Beruf auch geffordert, aber hängt an Ihrer Schreibarbeit ein Menschenleben??????
Ich glaube, dass viele im Pflegeberuf schon ausgebrannt sind. Es kann einfach keiner mehr, viele sind Überarbeitet.Es wird immer volle Leistung verlangt, wie natürlich auch in anderen Berufen! Aber duch Überareitung, Müdigkeit können leichter Fehler passieren! Solche Fehler können im Pflegebereich oft weitgehende Folgen haben!
Wenn man sich in der Buchhaltung mal verrechnet, ist es zwar schlimm, weil man wieder von vorn anfangen muss. Spritzt man aber einemal das falsche Medikament oder die falsche Dosis kann es im schlimmsten Fall bis zum Tod des Patienten führen!

Meiner Meinung nach sollte eine Pflegeperson eine 30-35 Stundenwoche haben, mit der gleichen Bezahlung wie jetzt eine 40 Stundenkraft! Nur dass ist zur Zeiten wie jetzt, wo der Pflegemangel nur von allen Seiten so schreit für unmöglich!! Weil wenn eine Pflegeperson, jetzt noch weniger Stunden fix absolvieren muss, würde dass einen noch höheren Personalschlüssel bedeuten!!!!

Ich hoffe, bin aber nicht allzu optimistisch, dass sich in der Pflege hoffentlich bald was ändern wird!

Was haben wir vom Pflegepersonen, welche nach 5 Jahren w.o geben ???

hoch
#2191 - 2003-09-29 20:07:54 Re: Flucht aus dem Pflegeberuf! [Re: seneca]
Anonym
Nicht registriert


versteh mich nicht falsch - ich hänge auch nicht an den zulagen, ein vernünftiger grundlohn wäre mir wesentlich lieber. ich habe nur versucht, die frage zu beantworten, wofür die zulagen sind. und meiner meinung nach zeigen sie, welcher bereich in der pflege als wichtig und daher als "teuer" gilt - nämlich der an die medizin angelehnte und nicht der bereich, wo "hauptsächlich" gepflegt wird.
wären auf einer station mehr als das mindestmaß pflegekräfte eingesetzt, wäre auch die arbeit eine leichtere. ich halte die meisten frischdiplomierten für grundsätzlich hochmotiviert, durch ständige überbelastung nimmt man ihnen aber diese motivation sehr rasch. und dann wird halt oft nur noch "der dienst heruntergebogen" - was wieder die frustration fördert usw. kein wunder, daß sie sich was anderes suchen oder in die innere kündigung flüchten. das alleine kann man sicher nicht mit mehr geld beheben (aber es würde uns "zähen" durchhaltern sehr helfen:))
LG
S

hoch
#2192 - 2003-09-29 20:29:57 Re: Flucht aus dem Pflegeberuf! [Re: ultiva]
Anonym
Nicht registriert


ich habe ja auch das gefühl, daß die geforderte leistung immer mehr wird, während das vorhandene personal immer weniger wird. ich spreche für die chirurgie: die patienten werden immer älter, die operationen immer großartiger, immer mehr wird "machbar". dinge, die uns früher logisch und zusammengehörend erschienen, müssen nun schritt für schritt dokumentiert werden. (zB daß man einem bettlägrigen menschen ein schnabelhäferl gibt - no na). wir dokumentieren auch dinge, die wir _nicht_ tun ("hat kein steckgitter erhalten, weil..."). es ist nicht so, daß ich eine genaue dokumentation ablehne, im gegenteil ich halte sie für sehr wichtig, nur muß eben dafür gesorgt sein, daß es auch genügend leute gibt, die diesen mehraufwand bewältigen.
LG
S

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